05.09.2010
Eine Publikation der Primus Verlag AG
 
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Faszinierende Schnittstelle zwischen Ost und West

Die türkische Metropole Istanbul, Verbindung zwischen Orient und Okzident, ist eine Mischung aus europäischer Grossstadt und orientalischem Märchen. Es lohnt sich, der Stadt einen Besuch abzustatten.

Wer Istanbul wirklich kennen lernen möchte, sollte sich mehr Zeit nehmen als ein verlängertes Wochenende. Die Metropole, die aufgrund ihrer geografischen Lage im Mittelpunkt der Alten Welt liegt, hat so viel zu bieten, dass ein paar wenige Tage auf keinen Fall reichen. Nur schon für den Besuch des grossen Kapali Çarsi, des überdachten Basars, sollte man einen ganzen Tag einrechnen. Der Grosse Basar ist eine Stadt in der Stadt, die sich über 65 Strassen und eine Fläche von 25 Hektaren hinzieht. Innerhalb der Mauern mit insgesamt elf Eingangstoren befinden sich rund 4000 Geschäfte, kleine Kaffeestuben und Restaurants. Als eines der grössten – und ältesten – Einkaufszentren der Welt wartet der Basar mit einem riesigen Angebot an Kuriositäten und Souvenirs auf: Teppiche, Schmuck, Lederwaren, Wasser- und Meerschaumpfeifen, Keramik, Bronze und Kupferwaren. Feilschen gehört hier zum guten Ton und da der Einkauf meist etwas länger dauert, bieten die Händler den Kunden auch einmal ein Glas Tee an.
Um sich von der Hektik und dem Gewusel des Grossen Basars zu erholen, bietet sich der Besuch eines traditionellen Türkischen Bades an. Mit etwa 100 so genannten Hamams ist die Auswahl riesig. Besonders schön ist das Cagaloglu Hamam mit weissem armorinterieur.
Manche behaupten, dass hier bereits König Edward VIII., Kaiser Wilhelm II., Franz Liszt und Florence Nightingale schwitzten, gesichert ist hingegen, dass Tony Curtis schon mal dort war.

Schauplatz für Morde und Intrigen
Schriftsteller und Regisseure wählen Istanbul immer wieder gerne als Schauplatz für ihre Geschichten. Im Hotel «Pera Palas», genauer
im Zimmer 411, schrieb beispielsweise Agatha Christie in den 1930er-Jahren einen grossen Teil ihres Buches «Mord im Orient- Express». Das nostalgische Hotel wurde 1892 gebaut, um Gäste zu beherbergen, die mit dem Orient-Express in Konstantinopel – so der damalige Name Istanbuls – ankamen. In den unterirdischen Zisternen, die im 6. Jahrhundert von Kaiser Justinian als Wasserspeicher erbaut wurden, wurde ein Teil des James-Bond-Films «Liebesgrüsse aus Moskau» gedreht. Und auch der Topkapi-Palast musste schon als Schauplatz einer Gaunergeschichte hinhalten, in der ein wertvoller Dolch aus dem Museum
entwendet werden soll. Die Geschichte wurde 1963 unter anderem mit Maximilian Schell und Peter Ustinov verfilmt.
Aber nicht nur die erfundenen Geschichten rund um den Topkapi-Palast, der über vier Jahrhunderte hinweg Sitz von insgesamt 25 Sultanen war, sind spannend. Auch die Legenden, die sich um das Areal ranken, ziehen einen in den Bann und man kann sich gut
ausmalen, wie der Palast aussah, als er mit insgesamt 40‘000 Bewohnern noch eine Stadt inmitten der Stadt war. Auch wenn viele der sagenumwobenen Schätze längst verschwunden sind, regt doch auch heute noch manch ein Kleinod in der Schatzkammer die Fantasie der Besucher an: Der berühmte Topkapi-Dolch ist zum Beispiel mit riesigen Smaragden besetzt, ebenso wie der Thron von Selim I., der aus mehr als 25‘000 Edelsteinen gefertigt ist, während der sogenannte Löfflerdiamant als der fünftgrösste der Welt gilt.
Aber nicht nur die Schätze sind eine Augenweide, auch der Palast an sich entführt die Besucher in die Welt von 1001 Nacht.

Eine schöner als die andere
Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten Istanbuls ist und bleibt die berühmte Hagia Sophia, die Kirche der göttlichen Weisheit, die heute ein Museum ist. Sie zählt zu den grössten Kirchenbauten der Welt und gilt als eine der schönsten Sakralbauten der frühen Christenheit. Besonders imposant ist die Kuppel über dem Hauptschiff mit 40 verglasten Fenstern mit einer Scheitelhöhe von 55 Metern, durch die das Innere des Bauwerks in sanftes Licht getaucht wird.
Gegenüber der Hagia Sophia ragen die sechs schlanken Minarette der Sultanahmet Camii, der Hauptmoschee Istanbuls, in den Himmel. Erbaut um 1616, ist sie ein imposantes Werk der islamischen Architektur und Kunst mit über 20‘000 Fayencen, goldenen  Koranschriftbändern, roten Teppichen und 260 bunt verglasten Fenstern.
Wegen ihrer meist in Blautönen gehaltenen Fliesendekoration wird die Sultanahmet Camii auch die Blaue Moschee genannt.
Die Süleymaniye Moschee ist ein weiteres Bauwerk, das auf dem Besichtigungsplan eines jeden Istanbul-Besuchers gehört. Sie ist berühmt für ihre eleganten Minarette und die schönste Moschee in ganz Istanbul. Auf einem Hügel erbaut, ist ihre unverwechselbare
Silhouette zum deutlichsten Erkennungszeichen in der Skyline der Stadt geworden. Hier liegt der grösste und mächtigste aller osmanischen Sultane, Süleyman I., zusammen mit seiner Lieblingsfrau begraben. Es lohnt sich übrigens, das wunderbare Restaurant
«Darüzziyafe» in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Moschee zu besuchen. Hier kann man unter schattigen Arkaden rund um den Innenhof an einem der Tischchen sitzen und dem Plätschern des kleinen Brunnens lauschen.

Nach dem Besuch so vieler schöner Bauwerke bietet sich zur Entspannung eine Bootsfahrt auf dem Bosporus an. Täglich fahren Fähren von Eminönü entlang der Meerenge bis zu den Kontinentalbrücken, die Europa und Asien verbinden. Wer eine romantische Fahrt zu zweit wünscht, engagiert einen der vielen Fischer, die sehr günstige, zweistündige Fahrten in ihrem Holzboot anbieten. Auf der lauschigen Fahrt können die Passagiere nochmals die berühmten Bauwerke aus der Ferne bewundern.
Doch Istanbul hat nicht nur geschichtsträchtige Kultur zu bieten. Da sie 2010 zu den Kulturhauptstädten Europas gehört, rüstet die Metropole, auch was zeitgenössische Kunst angeht, enorm auf. Gleichzeitig kann Istanbul aber auch mit modernen Hochhäusern,
trendigen Einkaufsstrassen, schicken Restaurants und einem pulsierenden Nachtleben aufwarten. Die Stadt entwickelt sich immer mehr zur Trendmetropole für junge Gäste. Da sich Istanbul stetig weiter entwickelt, gibt es laufend Neues zu entdecken. So entsteht
im aufstrebenden Stadtteil Cihangir in der Neustadt in der Nähe des Galata-Turm ein Szeneviertel, das noch als Geheimtipp gilt.


Das Wichtigste in Kürze

Reisezeit: Mai bis Juni sowie September und Oktober
Zeitverschiebung: MEZ +1
Sprache: Türkisch, teilweise Deutsch, Englisch oder Französisch
Impfungen: keine Impfungen erforderlich
Einreise: kein Visum erforderlich
Informationen: www.tuerkei-info.ch


honeymoontip:

Ruhige und besinnliche Momente können Verliebte auf den Prinzeninseln geniessen. Täglich fahren Fähren zu den neun Inseln südlich von Istanbul am Marmarameer. Ein Spaziergang durch die Pinienwälder oder eine Rundfahrt mit der Kutsche versprechen romantische Stunden. Am Bosporus können viele romantische Stunden verbracht werden.


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